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Sirmione

 

SIRMIONE IN DER PRÄHISTORISCHEN ZEIT

Überreste einiger Pfahlbausiedlungen aus der Bronzezeit (18-16 Jh. v. Chr.) wurden in der Zone am Lido delle Bionde und neben den Grotten des Catull entdeckt. Die Siedlungen wurden gegen 1200 v. Chr. wegen einer möglichen Erhöhung des Wasserniveaus oder Einwanderungen neuer Völker verlassen.

 

SIRMIONE IN DER RÖMISCHEN ZEIT

Die Zone wurde erst in dieser Zeit auch dank seiner strategischen Lage zwischen Verona und Brixia wieder bewohnt. Sie stellte eine wichtige Raststätte auf der via Gallica (der Straße, die Bergamo mit Verona in Verbindung setzte). Nach einigen Studien befand sich eine Mansio (Raststätte) an der Kreuzung mit der Staatstraße in Colombare oder bei der Lugana Vecchia zwischen Colombare und Peschiera. Auf dem Piazzetta Mosaici in der Altstadt wurden Überreste eines prächtigen Gebäudes entdeckt, das aus dem 1 Jh. n. Chr. stammt.

Es ist außerdem möglich, dass es in der Römerzeit ein Verteidigungskanal im engsten Punkt der Halbinsel (in dem die Scaliger später den Burg aufbauten) existierte und dass ein Eingang sich bei der Zugbrücke befand. Wenn man aber über Sirmione in der römischen Zeit spricht, stellen die eindrucksvollen Ruine an der Spitze der Halbinsel, d.h. die sogenannten "Grotten des Catull" ein Beweis der Wichtigkeit des Dorfes zu der Zeit dar. Die Touristen, die die Überreste der größten römischen Villa Norditaliens besichtigen, werden meist davon enttäuscht. Sie finden nur "Steinhaufen" dort, wo sie hofften, in Karsthöhlen mit Tropfsteinen einzudringen. Sie werden nämlich vom Namen der Überreste "Grotten des Catull" getäuscht, der unter anderem eine alte Tradition hat. Schon im 15 Jh. nannte man diesen Ort so, weil die Überreste zu dieser Zeit wie Höhlen aussahen, die mit Pflanzen bedeckt und teilweise unter der Erde waren. Schon im Jahr 1483 sprach der venezianische Adlige Marin Sanudo, der die damals unter die Herrschaft der Republik Venedig gefallene Halbinsel besichtigt hatte, von "Grotten des Catull".

Trotzdem wirft der volkstümliche Name eine andere Frage auf: Gehörte die römische Villa, deren Überreste an Großartigkeit und Prunk denken lassen, tatsächlich dem Dichter Catull?

Viele Forscher haben eine verschiedene Auslegung gegeben, indem sie sich auf die Verse des Dichters bezogen haben (der oft die "Spinnennetze" seines Geldbeutels erwähnte). Sie wenden ein, dass ein armer Dichter sich nur in der literarischen Fiktion als "Herr und Gebieter" der Halbinsel bezeichnen konnte. Nach neuersten Studien (T.P. Wiseman, 1990) stammt das Gebäude, das 20.000 Meter umfasst und von dem ungefähr ein Drittel zu sehen ist, aus den ersten Jahrzehnten des 1 Jh. n. Chr. und gehörte einem Mitglied der Familie des Dichters (Valerii Catullii), der im 31 n.Chr. Konsul wurde. Die Valerii genossen einen hohen Status und waren sehr mächtig auch in der Kaiserzeit. Sie machten blühende Geschäfte im Osten und Spanien und waren mit der Kaiserfamilie befreundet. Dabei handelt es sich also um ein kaufmännisch und strategisch wertvoller Besitz, bzw. fast um eine Kaiservilla und zumindest ein Kaiser, Domitian, hielt sich als Gast des reichen und mächtigen Besitzers dort auf. Wenn die Villa aber im 1 Jh. n. Chr. errichtet wurde, wie konnte sie dann Catull gehören, der im 1 Jh. v. Chr. lebte? Die Halbinsel wurde zum Eigentum der Valerii Catullii Familie im Jahr 56 v. Chr. und die Überreste der ersten Villa aus der Zeit der Republik, die vom Dichter bewohnt wurde, wurden unter dem Boden im südlichen Sektor entdeckt. Die Gefüge des älteren Gebäudes wurden nicht in der späteren Villa eingegliedert. Was die Geschichte der Villa aus dem Gesichtspunkt der archäologischen Forschung angeht, war der erste, der sich "wissenschaftlich" für die Ruine interessierte, der französische General La Combe St. Michel im Jahr 1801. Nachdem er die Österreicher in Peschiera geschlagen hatte, organisierte er ein Gedenkessen und begab sich zum "Haus des Catull". Er besichtigte und untersuchte sorgfältig die Ruine, grub einige Teile aus und kundschaftete die Zonen unter der Erde aus. "Der Plan des Landeshauses des Catull", der von einem seiner Offiziere gezeichnet wurde, war dem Grafen Conti Manara sehr nützlich, als er die wunderschöne Geschichte der Halbinsel im Jahr 1856 veröffentlichte. Orti Manara war der erste, der eine detaillierte Auslegung der Villa gab, auch wenn seine Schlussfolgerungen später widersprochen wurden. Da er nicht wissen konnte, dass die Verbindung der Boiola Quelle mit dem Grand Hotel Terme am Ende des 19 Jh schwierig wurde, nahm er an, dass die Grotten des Catull riesige Thermen gewesen waren, die die Quelle nutzten. Die Grotten wurden erst in unserem Jahrhundert restauriert (1939/40 und 1954/55) und die Restaurierungsarbeiten dauern bis heute an. Schon im 4 Jh. wurde Sirmione von den Römern mit Wehrmauern verstärkt, die die ganze Halbinsel schützten. Diese Mauern umfassten westlich die Grotten des Catull und östlich den Lido delle Bionde. Orti Manara zeichnete einen Plan der Mauern und identifizierte zwei Türme am Fuße des Cortine Hügels. Nach Grabungsarbeiten im öffentlichen Park hinter dem Kindergarten im Winter 1995/1996 wurden einige eingegrabenen Mauerteile sowie den vermutlichen östlichen Turm entdeckt, der von Orti Manara im Jahr 1856 identifiziert wurde. Der Aufbau der Mauern lässt an eine Struktur aus der römischen Zeit denken. Trotzdem ist es möglich, dass die Langobarden die vorigen Befestigungsanlagen benutzten, die damals einen Großteil des öffentlichen Parks einnahmen, um das Kloster und die St. Salvatore Kirche zu schützten. Wir machen jetzt eine Zeitreise und entdecken was von der Zeit der Langobarden in Sirmione übrig bleibt.